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	<title>Pompeji - Stationen von Goethes Grand Tour - Unreal Goethe</title>
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	<description>Italienische Reise 4.0</description>
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		<title>Pompeji, die mumisierte Stadt</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:14:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Tischbein in Pompeji: gerade Straßen, fensterlose Häuser, öffentliche Gebäude wie Modelle, aber bemalte Wände mit einem Kunstsinn, der einem ganzen Volk gehört.</p>
<p>L'articolo <a href="https://goethe.reise/de/grandtour/pompei-scavi/">Pompeji, die mumisierte Stadt</a> proviene da <a href="https://goethe.reise/de/home">Unreal Goethe</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Mit Tischbein in Pompeji: gerade Straßen, fensterlose Häuser, öffentliche Gebäude wie Modelle, aber bemalte Wände mit einem Kunstsinn, der einem ganzen Volk gehört. Goethe denkt über die wie eine Wolke gefallene Asche nach; zwei Tage später schreibt er: »Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte.«</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 11. März 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-03-11-neapel-0135" data-src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/de-1787-03-11-neapel-0135-de.mp3"><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Da mein Aufenthalt in Neapel nicht lange dauern wird, so nehme ich gleich die entfernteren Punkte zuerst, das Nähere gibt sich. Mit Tischbein fuhr ich nach Pompeji, da wir denn alle die herrlichen Ansichten links und rechts neben uns liegen sahen, welche, durch so manche landschaftliche Zeichnung uns wohlbekannt, nunmehr in ihrem zusammenhängenden Glanze erschienen. Pompeji setzt jedermann wegen seiner Enge und Kleinheit in Verwunderung. Schmale Straßen, obgleich grade und an der Seite mit Schrittplatten versehen, kleine Häuser ohne Fenster, aus den Höfen und offenen Galerien die Zimmer nur durch die Türen erleuchtet. Selbst öffentliche Werke, die Bank am Tor, der Tempel, sodann auch eine Villa in der Nähe, mehr Modell und Puppenschrank als Gebäude. Diese Zimmer, Gänge und Galerien aber aufs heiterste gemalt, die Wandflächen einförmig, in der Mitte ein ausführliches Gemälde, jetzt meist ausgebrochen, an Kanten und Enden leichte und geschmackvolle Arabesken, aus welchen sich auch wohl niedliche Kinder- und Nymphengestalten entwickeln, wenn an einer andern Stelle aus mächtigen Blumengewinden wilde und zahme Tiere hervordringen. Und so deutet der jetzige ganz wüste Zustand einer erst durch Steinund Aschenregen bedeckten, dann aber durch die Aufgrabenden geplünderten Stadt auf eine Kunstund Bilderlust eines ganzen Volkes, von der jetzo der eifrigste Liebhaber weder Begriff, noch Gefühl, noch Bedürfnis hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedenkt man die Entfernung dieses Orts vom Vesuv, so kann die bedeckende vulkanische Masse weder durch ein Schleudern noch durch einen Windstoß hierher getrieben sein; man muß sich vielmehr vorstellen, daß diese Steine und Asche eine Zeitlang wolkenartig in der Luft geschwebt, bis sie endlich über diesem unglücklichen Orte niedergegangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn man sich nun dieses Ereignis noch mehr versinnlichen will, so denke man allenfalls ein eingeschneites Bergdorf. Die Räume zwischen den Gebäuden, ja die zerdrückten Gebäude selbst wurden ausgefüllt, allein Mauerwerk mochte hier und da noch herausstehen, als früher oder später der Hügel zu Weinbergen und Gärten benutzt wurde. So hat nun gewiß mancher Eigentümer, auf seinem Anteil niedergrabend, eine bedeutende Vorlese gehalten. Mehrere Zimmer fand man leer und in der Ecke des einen einen Haufen Asche, der mancherlei kleines Hausgeräte und Kunstarbeiten versteckte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 13. März 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-03-13-neapel-0137" data-src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/de-1787-03-13-neapel-0137-de.mp3"><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Sonntag waren wir in Pompeji. – Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte. Ich weiß nicht leicht etwas Interessanteres. Die Häuser sind klein und eng, aber alle inwendig aufs zierlichste gemalt. Das Stadttor merkwürdig, mit den Gräbern gleich daran. Das Grab einer Priesterin als Bank im Halbzirkel mit steinerner Lehne, daran die Inschrift mit großen Buchstaben eingegraben. Über die Lehne hinaus sieht man das Meer und die untergehende Sonne. Ein herrlicher Platz, des schönen Gedankens wert.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heute</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="2400" height="1627" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2.jpg" alt="Das Herkulaner Tor heute, von der Gräberstraße aus gesehen. Foto Jebulon, Wikimedia Commons, CC0." class="wp-image-9141" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2.jpg 2400w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-300x203.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-1024x694.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-768x521.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-1536x1041.jpg 1536w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-2048x1388.jpg 2048w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-415x281.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-650x441.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm2-250x169.jpg 250w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Herkulaner Tor heute, von der Gräberstraße aus gesehen. Foto Jebulon, Wikimedia Commons, CC0.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Archäologischer Park Pompeji: das Herkulaner Tor, die Gräberstraße und das Grab der Mamia; der Isistempel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ort: Parco Archeologico di Pompei, Via Villa dei Misteri 2, 80045 Pompei (NA)</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werke und Dokumente</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="2400" height="1663" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0.jpg" alt="Jacob Philipp Hackert, das Herkulaner Tor in Pompeji und der Beginn der Gräberstraße, 1794: der Eingang, den Goethe mit Tischbein nahm. Gemeinfrei, Wikimedia Commons." class="wp-image-9139" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0.jpg 2400w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-300x208.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-1024x710.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-768x532.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-1536x1064.jpg 1536w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-2048x1419.jpg 2048w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-415x288.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-650x450.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm0-250x173.jpg 250w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Jacob Philipp Hackert, das Herkulaner Tor in Pompeji und der Beginn der Gräberstraße, 1794: der Eingang, den Goethe mit Tischbein nahm. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="2400" height="1292" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1.jpg" alt="Pietro Fabris, die Entdeckung des Isistempels in Pompeji, aus William Hamiltons Campi Phlegraei, 1776. Exemplar der Wellcome Collection. Wikimedia Commons, CC BY 4.0." class="wp-image-9140" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1.jpg 2400w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-300x162.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-1024x551.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-768x413.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-1536x827.jpg 1536w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-2048x1103.jpg 2048w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-415x223.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-650x350.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-wm1-250x135.jpg 250w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pietro Fabris, die Entdeckung des Isistempels in Pompeji, aus William Hamiltons Campi Phlegraei, 1776. Exemplar der Wellcome Collection. Wikimedia Commons, CC BY 4.0.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">KI-Rekonstruktion</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1344" height="752" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai.jpg" alt="Pompeji, wie Goethe und Tischbein es am 11. März 1787 sahen: gerade Straßen, fensterlose Häuser, die Grabungen noch offen zwischen Aschehaufen. KI-Rekonstruktion (SPUN, 2026)." class="wp-image-9066" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai.jpg 1344w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai-300x168.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai-1024x573.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai-768x430.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai-415x232.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai-650x364.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/pompei-scavi-1787-ricostruzione-ai-250x140.jpg 250w" sizes="(max-width: 1344px) 100vw, 1344px" /><figcaption class="wp-element-caption">Pompeji, wie Goethe und Tischbein es am 11. März 1787 sahen: gerade Straßen, fensterlose Häuser, die Grabungen noch offen zwischen Aschehaufen. KI-Rekonstruktion (SPUN, 2026).</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">J.W. Goethe, Italienische Reise, Originaltext.</p>


<p>L'articolo <a href="https://goethe.reise/de/grandtour/pompei-scavi/">Pompeji, die mumisierte Stadt</a> proviene da <a href="https://goethe.reise/de/home">Unreal Goethe</a>.</p>
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