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	<title>Domenico Moriconi, Gastwirt - Personen von Goethes Grand Tour - Unreal Goethe</title>
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	<description>Italienische Reise 4.0</description>
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	<title>Domenico Moriconi, Gastwirt - Personen von Goethes Grand Tour - Unreal Goethe</title>
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		<title>Der Molo, Abfahrt und Rückkehr</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:41:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die in Amerika gebaute Korvette, die Kajüte, Rechnungen und Abschiede; der Marchese Berio, der den Verfasser des Werther kennenlernen will.</p>
<p>L'articolo <a href="https://goethe.reise/de/grandtour/napoli-molo-imbarco-e-ritorno/">Der Molo, Abfahrt und Rückkehr</a> proviene da <a href="https://goethe.reise/de/home">Unreal Goethe</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die in Amerika gebaute Korvette, die Kajüte, Rechnungen und Abschiede; der Marchese Berio, der den Verfasser des Werther kennenlernen will. Am 29. März geht es bei Sonnenuntergang unter Segel, mit einer Gesellschaft von Sängern und Tänzern. Mitte Mai die Rückkehr: der Golf im Morgenlicht, ein griechischer Priester, der ausruft, auch dies sei eine Stadt, Lastträger, die mit den Koffern zu Moriconi laufen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 26. März 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-03-26-neapel-0148" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Morgen geht dieser Brief von hier zu euch. Donnerstag den 29. geh&#8216; ich mit der Korvette, die ich, des Seewesens unkundig, in meinem vorigen Briefe zum Rang einer Fregatte erhob, endlich nach Palermo. Der Zweifel, ob ich reisen oder bleiben sollte, machte einen Teil meines hiesigen Aufenthaltes unruhig; nun, da ich entschlossen bin, geht es besser. Für meine Sinnesart ist diese Reise heilsam, ja notwendig. Sizilien deutet mir nach Asien und Afrika, und auf dem wundersamen Punkte, wohin so viele Radien der Weltgeschichte gerichtet sind, selbst zu stehen, ist keine Kleinigkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neapel habe ich nach seiner eignen Art behandelt; ich war nichts weniger als fleißig, doch hab&#8216; ich viel gesehen und mir einen allgemeinen Begriff von dem Lande, seinen Einwohnern und Zuständen gebildet. Bei der Wiederkehr soll manches nachgeholt werden; freilich nur manches, denn vor dem 29. Juni muß ich wieder in Rom sein. Hab&#8216; ich die heilige Woche versäumt, so will ich dort wenigstens den St. -Peters-Tag feiern. Meine sizilianische Reise darf mich nicht allzuweit von meiner ersten Absicht weglenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vorgestern hatten wir ein gewaltiges Wetter mit Donner, Blitz und Regengüssen; jetzt hat sich&#8217;s wieder ausgehellt, eine herrliche Tramontane weht herüber; bleibt sie beständig, so haben wir die schnellste Fahrt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestern war ich mit meinem Gefährten, unser Schiff zu besehen und das Kämmerchen zu besuchen, das uns aufnehmen soll. Eine Seereise fehlte mir ganz in meinen Begriffen; diese kleine Überfahrt, vielleicht eine Küstenumschiffung wird meiner Einbildungskraft nachhelfen und mir die Welt erweitern. Der Kapitän ist ein junger, munterer Mann, das Schiff gar zierlich und nett, in Amerika gebaut, ein guter Segler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier fängt nun alles an, grün zu werden, in Sizilien find&#8216; ich es noch weiter. Wenn ihr diesen Brief erhaltet, bin ich auf der Rückreise und habe Trinakrien hinter mir. So ist der Mensch: immer springt er in Gedanken vor- und rückwärts; ich war noch nicht dort und bin schon wieder bei euch. Doch an der Verworrenheit dieses Briefes bin ich nicht schuld; jeden Augenblick werd&#8216; ich unterbrochen und möchte doch gern dieses Blatt zu Ende schreiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Soeben besuchte mich ein Marchese Berio, ein junger Mann, der viel zu wissen scheint. Er wollte den Verfasser des &#8222;Werther&#8220; doch auch kennen lernen. Überhaupt ist hier großer Drang und Lust nach Bildung und Wissen. Sie sind nur zu glücklich, um auf den rechten Weg zu kommen. Hätte ich nur mehr Zeit, so wollt&#8216; ich ihnen gern meine Zeit geben. Diese vier Wochen – was waren die gegen das ungeheure Leben! Nun gehabt euch wohl! Reisen lern&#8216; ich wohl auf dieser Reise, ob ich leben lerne, weiß ich nicht. Die Menschen, die es zu verstehen scheinen, sind in Art und Wesen zu sehr von mir verschieden, als daß ich auf dieses Talent sollte Anspruch machen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lebet wohl und liebt mich, wie ich eurer von Herzen gedenke.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 28. März 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-03-28-neapel-0149" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Tage gehen mir nun gänzlich mit Einpacken und Abschiednehmen, mit Besorgen und Bezahlen, Nachholen und Vorbereiten, sie gehen mir völlig verloren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fürst von Waldeck beunruhigte mich noch beim Abschied, denn er sprach von nichts weniger, als daß ich bei meiner Rückkehr mich einrichten sollte, mit ihm nach Griechenland und Dalmatien zu gehen. Wenn man sich einmal in die Welt macht und sich mit der Welt einläßt, so mag man sich ja hüten, daß man nicht entrückt oder wohl gar verrückt wird. Zu keiner Silbe weiter bin ich fähig.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 29. März 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-03-29-neapel-0150" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Tagen machte sich das Wetter ungewiß, heute, am bestimmten Tage der Abfahrt, ist es so schön als möglich. Die günstigste Tramontane, ein klarer Sonnenhimmel, unter dem man sich in die weite Welt wünscht. Nun sag&#8216; ich noch allen Freunden in Weimar und Gotha ein treues Lebewohl! Eure Liebe begleite mich, denn ich möchte ihrer wohl immer bedürfen. Heute nacht träumte ich mich wieder in meinen Geschäften. Es ist denn doch, als wenn ich mein Fasanenschiff nirgends als bei euch ausladen könnte. Möge es nur erst recht stattlich geladen sein!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Seefahrt, 29. März 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-03-29-seefahrt-0151" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht wie bei dem letzten Abgange des Paketboots wehte diesmal ein förderlicher frischer Nordost, sondern leider von der Gegenseite ein lauer Südwest, der allerhinderlichste; und so erfuhren wir denn, wie der Seefahrer vom Eigensinne des Wetters und Windes abhängt. Ungeduldig verbrachten wir den Morgen bald am Ufer, bald im Kaffeehaus; endlich bestiegen wir zu Mittag das Schiff und genossen beim schönsten Wetter des herrlichsten Anblicks. Unfern vom Molo lag die Korvette vor Anker. Bei klarer Sonne eine dunstreiche Atmosphäre, daher die beschatteten Felsenwände von Sorrent vom schönsten Blau. Das beleuchtete, lebendige Neapel glänzte von allen Farben. Erst mit Sonnenuntergang bewegte sich das Schiff, jedoch nur langsam, von der Stelle, der Widerwind schob uns nach dem Posilipo und dessen Spitze hinüber. Die ganze Nacht ging das Schiff ruhig fort. Es war in Amerika gebaut, schnellsegelnd, inwendig mit artigen Kämmerchen und einzelnen Lagerstätten eingerichtet. Die Gesellschaft anständig munter: Operisten und Tänzer, nach Palermo verschrieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 14. Mai 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-05-14-montag-0206" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich früh am vierten Tage unserer Fahrt erwachte, befand ich mich frisch und gesund, so wie ich auch bei der Überfahrt zu eben dieser Epoche gewesen war; so daß ich also auf einer längern Seereise wahrscheinlich mit einer dreitägigen Unpäßlichkeit meinen Tribut würde bezahlt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Verdeck sah ich mit Vergnügen die Insel Capri in ziemlicher Entfernung zur Seite liegen und unser Schiff in solcher Richtung, daß wir hoffen konnten, in den Golf hineinzufahren, welches denn auch bald geschah. Nun hatten wir die Freude, nach einer ausgestandenen harten Nacht dieselben Gegenstände, die uns abends vorher entzückt hatten, in entgegengesetztem Lichte zu bewundern. Bald ließen wir jene gefährliche Felseninsel hinter uns. Hatten wir gestern die rechte Seite des Golfs von weitem bewundert, so erschienen nun auch die Kastelle und die Stadt gerade vor uns, sodann links der Posilipo und die Erdzungen, die sich bis gegen Procida und Ischia erstreckten. Alles war auf dem Verdeck, voran ein für seinen Orient sehr eingenommener griechischer Priester, der den Landesbewohnern, die ihr herrliches Vaterland mit Entzücken begrüßten, auf ihre Frage, wie sich denn Neapel zu Konstantinopel verhalte, sehr pathetisch antwortete: &#8222;Anche questa è una città!&#8220; – &#8222;Auch dieses ist eine Stadt!&#8220; – Wir langten zur rechten Zeit im Hafen an, umsummt von Menschen; es war der lebhafteste Augenblick des Tages. Kaum waren unsere Koffer und sonstigen Gerätschaften ausgeladen und standen am Ufer, als gleich zwei Lastträger sich derselben bemächtigten, und kaum hatten wir ausgesprochen, daß wir bei Moriconi logieren würden, so liefen sie mit dieser Last wie mit einer Beute davon, so daß wir ihnen durch die menschenreichen Straßen und über den bewegten Platz nicht mit den Augen folgen konnten. Kniep hatte das Portefeuille unter dem Arm, und wir hätten wenigstens die Zeichnungen gerettet, wenn jene Träger, weniger ehrlich als die neapolitanischen armen Teufel, uns um dasjenige gebracht hätten, was die Brandung verschont hatte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heute</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="2400" height="1800" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2.jpg" alt="Die Stazione Marittima und der Hafen zum Molo Beverello hin, wo die Große Mole lag, vom Castel Nuovo aus. Foto Lalupa, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0." class="wp-image-9117" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2.jpg 2400w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-300x225.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-1024x768.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-768x576.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-1536x1152.jpg 1536w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-2048x1536.jpg 2048w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-640x480.jpg 640w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-415x311.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-650x488.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm2-250x188.jpg 250w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Stazione Marittima und der Hafen zum Molo Beverello hin, wo die Große Mole lag, vom Castel Nuovo aus. Foto Lalupa, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Molo Grande mit dem Leuchtturm vor dem Castel Nuovo: heute das Gebiet des Molo Beverello und der Stazione Marittima.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ort: Molo Beverello, Via Acton, 80133 Napoli</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werke und Dokumente</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="2400" height="1484" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0.jpg" alt="Antonio Joli, Karl von Bourbon verlässt den Hafen von Neapel, 1759 (Prado): die Mole und der Leuchtturm vom Meer aus. Gemeinfrei, Wikimedia Commons." class="wp-image-9115" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0.jpg 2400w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-300x186.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-1024x633.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-768x475.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-1536x950.jpg 1536w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-2048x1266.jpg 2048w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-415x257.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-650x402.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm0-250x155.jpg 250w" sizes="(max-width: 2400px) 100vw, 2400px" /><figcaption class="wp-element-caption">Antonio Joli, Karl von Bourbon verlässt den Hafen von Neapel, 1759 (Prado): die Mole und der Leuchtturm vom Meer aus. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="960" height="683" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1.jpg" alt="Antonio Joli, Neapel von der Hafenmole aus, mit dem Nautica-Brunnen, 1762-1777. Gemeinfrei, Wikimedia Commons." class="wp-image-9116" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1.jpg 960w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1-300x213.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1-768x546.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1-345x245.jpg 345w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1-415x295.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1-650x462.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-wm1-250x178.jpg 250w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Antonio Joli, Neapel von der Hafenmole aus, mit dem Nautica-Brunnen, 1762-1777. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">KI-Rekonstruktion</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1344" height="752" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai.jpg" alt="Die Mole bei Sonnenuntergang am 29. März 1787: die Korvette nach Palermo legt ab, mit einer Truppe von Sängern und Tänzern. KI-Rekonstruktion (SPUN, 2026)." class="wp-image-9088" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai.jpg 1344w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai-300x168.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai-1024x573.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai-768x430.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai-415x232.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai-650x364.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-molo-imbarco-e-ritorno-1787-ricostruzione-ai-250x140.jpg 250w" sizes="(max-width: 1344px) 100vw, 1344px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Mole bei Sonnenuntergang am 29. März 1787: die Korvette nach Palermo legt ab, mit einer Truppe von Sängern und Tänzern. KI-Rekonstruktion (SPUN, 2026).</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">J.W. Goethe, Italienische Reise, Originaltext.</p>


<p>L'articolo <a href="https://goethe.reise/de/grandtour/napoli-molo-imbarco-e-ritorno/">Der Molo, Abfahrt und Rückkehr</a> proviene da <a href="https://goethe.reise/de/home">Unreal Goethe</a>.</p>
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		<title>Die Locanda Moriconi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[spun]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 10:40:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>»Alla Locanda del Sgr. Moriconi al Largo del Castello«: Goethes erste neapolitanische Adresse.</p>
<p>L'articolo <a href="https://goethe.reise/de/grandtour/napoli-locanda-moriconi/">Die Locanda Moriconi</a> proviene da <a href="https://goethe.reise/de/home">Unreal Goethe</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">»Alla Locanda del Sgr. Moriconi al Largo del Castello«: Goethes erste neapolitanische Adresse. Ein Ecksaal mit pompejanischen Arabesken und ohne Kamin, ein Kohlenbecken und eine Schifferkutte, über die Tischbein lacht. Ende Mai richtet Goethe vom selben Platz aus Knieps Wohnung ein und trinkt mit ihm auf die Zukunft.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 26. Februar 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-02-26-neapel-0123" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Alla Locanda del Sgr. Moriconi al Largo del Castello&#8220;. Unter dieser ebenso heiter als prächtig klingenden Aufschrift würden uns Briefe aus allen vier Teilen der Welt nunmehr auffinden. In der Gegend des am Meere liegenden großen Kastells erstreckt sich eine große Weitung, die man, obgleich von allen vier Seiten mit Häusern umgeben, nicht Platz, sondern Weite (largo) genannt hat, wahrscheinlicherweise von den ersten Zeiten her, da dieses noch ein unbegrenztes Feld war. Hier nun tritt an der einen Seite ein großes Eckhaus herein, und wir faßten Fuß in einem geräumigen Ecksaale, der einen freien und frohen Überblick über die immer bewegte Fläche gewährt. Ein eiserner Balkon zieht sich außen an mehrern Fenstern vorbei, selbst um die Ecke hin. Man würde davon nicht wegkommen, wenn der scharfe Wind nicht äußerst fühlbar wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Saal ist munter dekoriert, besonders aber die Decke, deren Arabesken in hundert Abteilungen schon die Nähe von Pompeji und Herculanum verkünden. Das wäre nun alles schön und gut, aber keine Feuerstätte, kein Kamin ist zu bemerken, und der Februar übt denn doch auch hier seine Rechte. Ich sehnte mich nach einiger Erwärmung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man brachte mir einen Dreifuß, von der Erde dergestalt erhöht, daß man die Hände bequem drüber halten konnte. Auf demselben war ein flaches Becken befestigt, dieses enthielt ganz zarte glühende Kohlen, gar glatt mit Asche bedeckt. Hier gilt es nun haushältig sein, wie wir es in Rom schon gelernt. Mit dem Ohr eines Schlüssels zieht man von Zeit zu Zeit die oberflächliche Asche behutsam weg, so daß von den Kohlen wieder etwas an die freie Luft gelange. Wollte man jedoch ungeduldig die Glut aufwühlen, so würde man einen Augenblick größere Wärme spüren, aber sehr bald die ganze Glut erschöpft haben, da denn das Becken abermals gegen Erlegung einer gewissen Summe zu füllen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich befand mich nicht ganz wohl und hätte freilich mehr Bequemlichkeit gewünscht. Eine Schilfmatte diente gegen die Einflüsse des Estrichs; Pelze sind nicht gewöhnlich, und ich entschloß mich, eine Schifferkutte, die wir aus Scherz mitgenommen hatten, anzuziehen, die mir gute Dienste leistete, besonders nachdem ich sie mit einem Kofferstrick um den Leib befestigt hatte, da ich mir denn als Mittelding zwischen Matrosen und Kapuziner sehr komisch vorkommen mußte. Tischbein, der von Besuchen bei Freunden zurückkehrte, konnte sich des Lachens nicht enthalten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 31. Mai 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-05-31-neapel-0216" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte das römische Fronleichnamfest und dabei besonders die nach Raffael gewirkten Teppiche so fest in den Sinn gefaßt, daß ich mich alle diese herrlichen Naturerscheinungen, ob sie schon in der Welt ihresgleichen nicht haben können, keineswegs irren ließ, sondern die Anstalten zur Reise hartnäckig fortsetzte. Ein Paß war bestellt, ein Vetturin hatte mir den Mietpfennig gegeben; denn es geschieht dort zur Sicherheit der Reisenden umgekehrt als bei, uns. Kniep war beschäftigt, sein neues Quartier zu beziehen, an Raum und Lage viel besser als das vorige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schon früher, als diese Veränderung im Werke war, hatte mir der Freund einigemal zu bedenken gegeben, es sei doch unangenehm und gewissermaßen unanständig, wenn man in ein Haus ziehe und gar nichts mitbringe; selbst ein Bettgestell flöße den Wirtsleuten schon einigen Respekt ein. Als wir nun heute durch den unendlichen Trödel der Kastellweitung hindurchgingen, sah ich so ein paar eiserne Gestelle, bronzeartig angestrichen, welche ich sogleich feilschte und meinem Freund als künftigen Grund zu einer ruhigen und soliden Schlafstätte verehrte. Einer der allezeit fertigen Träger brachte sie nebst den erforderlichen Brettern in das neue Quartier, welche Anstalt Kniepen so sehr freute, daß er sogleich von mir weg und hier einzuziehen gedachte, große Reißbretter, Papier und alles Nötige schnell anzuschaffen besorgt war. Einen Teil der Konturen, in beiden Sizilien gezogen, übergab ich ihm nach unserer Verabredung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neapel, 2. Juni 1787</h2>



<div class="ug-audio" data-lang="de" data-voce="de-1787-06-02-neapel-0218" data-src=""><button type="button" class="ug-audio__play" aria-label="Die Tagebuchseite anhören"><img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/25b6.png" alt="▶" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anhören</button><audio class="ug-audio__player" preload="none"></audio></div>



<p class="wp-block-paragraph">Anstatt nach Hause zu gehen, richtete ich meine Schritte nach dem Molo, um das große Schauspiel mit einem andern Vordergrund zu sehen; aber ich weiß nicht, ob die Ermüdung nach einem so reichen Tage oder ein Gefühl, daß man das letzte, schöne Bild nicht verwischen müsse, mich wieder nach Moriconi zurückzog, wo ich denn auch Kniepen fand, der aus seinem neu bezognen Quartier mir einen Abendbesuch abstattete. Bei einer Flasche Wein besprachen wir unsere künftigen Verhältnisse; ich konnte ihm zusagen, daß er, sobald ich etwas von seinen Arbeiten in Deutschland vorzeigen könne, gewiß dem trefflichen Herzog Ernst von Gotha empfohlen sein und von dort Bestellungen erhalten würde. Und so schieden wir mit herzlicher Freude, mit sicherer Aussicht künftiger wechselseitig wirkender Tätigkeit.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Heute</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Largo del Castello ist die heutige Piazza Municipio vor dem Castel Nuovo. Der Häuserblock des Gasthofs wurde beim Risanamento abgerissen; die Stelle liegt heute am Eingang der Galleria Umberto I.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ort: Piazza Municipio, 80133 Napoli</p>



<h2 class="wp-block-heading">Werke und Dokumente</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="571" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764.jpg" alt="Der Largo di Castello, heute Piazza Municipio, in einem Gemälde von Antonio Joli, 1764. Gemeinfrei, Wikimedia Commons." class="wp-image-8866" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764.jpg 960w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764-300x178.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764-768x457.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764-415x247.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764-650x387.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-largo-di-castello-joli-1764-250x149.jpg 250w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Largo di Castello, heute Piazza Municipio, in einem Gemälde von Antonio Joli, 1764. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">KI-Rekonstruktion</h2>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1344" height="752" src="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai.jpg" alt="Der Ecksaal in der Locanda Moriconi, 26. Februar 1787, KI-Rekonstruktion (SPUN, 2026)." class="wp-image-8873" srcset="https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai.jpg 1344w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai-300x168.jpg 300w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai-1024x573.jpg 1024w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai-768x430.jpg 768w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai-415x232.jpg 415w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai-650x364.jpg 650w, https://goethe.reise/wp-content/uploads/2026/09/napoli-1787-locanda-moriconi-ricostruzione-ai-250x140.jpg 250w" sizes="(max-width: 1344px) 100vw, 1344px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Ecksaal in der Locanda Moriconi, 26. Februar 1787, KI-Rekonstruktion (SPUN, 2026).</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Videos</h2>



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</div></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Weiterlesen</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://goethe.reise/?p=8529">Goethe kommt in Neapel an</a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Quellen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">J.W. Goethe, Italienische Reise, Originaltext.</p>


<p>L'articolo <a href="https://goethe.reise/de/grandtour/napoli-locanda-moriconi/">Die Locanda Moriconi</a> proviene da <a href="https://goethe.reise/de/home">Unreal Goethe</a>.</p>
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