Cava de‘ Tirreni · Die Schlucht und Knieps erste Zeichnung
Auf dem zweirädrigen leichten Fuhrwerk, wechselsweise die Zügel führend, fahren Goethe und Kniep durch die Schlucht zwischen Wald und Felsen. In der Gegend von Alla Cava kann Kniep nicht widerstehen und umreißt einen Berg, der sich scharf am Himmel abzeichnet: die Taufe ihrer Verbindung.
Neapel, 23. März 1787
Auf dem zweirädrigen leichten Fuhrwerk sitzend und wechselsweise die Zügel führend, einen gutmütigen rohen Knaben hintenauf, rollten wir durch die herrliche Gegend, welche Kniep mit malerischem Auge begrüßte. Nun erreichten wir die Gebirgsschlucht, die man auf dem glattesten Fahrdamme durchrennend, an den köstlichsten Wald- und Felspartien vorbeifliegt. Da konnte denn Kniep zuletzt sich nicht enthalten, in der Gegend von Alla Cava einen prächtigen Berg, welcher sich gerade vor uns scharf am Himmel abzeichnete, nicht weniger die Seiten sowie den Fuß dieser Höhe reinlich und charakteristisch im Umriß aufs Papier zu befestigen. Wir freuten uns beide daran als an dem Einstand unserer Verbindung.
Heute

Das Tal von Cava de‘ Tirreni an der Königsstraße Neapel–Salerno, heute SS18; der gezeichnete Berg ist nicht sicher bestimmbar.
Ort: Cava de‘ Tirreni (SA)
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Quellen
J.W. Goethe, Italienische Reise, Originaltext.
