Italienische Reise · 1786–1788

Grand Tour

Die Stationen der Italienischen Reise nachgehen und nachlesen

Die Route

Auf der Karte

  • Über den Garigliano nach Sant’Agata

    Nach der Überfahrt über den Garigliano an der Via Appia betritt Goethe das Land, das heute Kampanien heißt: fruchtbare Felder, der erste vulkanische Aschenhügel, Berge mit verschneiten Gipfeln.

  • Die Ebene von Capua und die Ankunft in Neapel

    Mittagsrast in Capua, dann die breite Chaussee zwischen Weizen »wie ein Teppich«, Pappeln und Reben, die wie Netze schweben, der dampfende Vesuv immer zur Linken.

  • Die Locanda Moriconi

    »Alla Locanda del Sgr. Moriconi al Largo del Castello«: Goethes erste neapolitanische Adresse.

  • Die Grotte des Posilipo

    Am Abend des 27. Februar geht Goethe in die Grotte des Posilipo, als die untergehende Sonne hindurchscheint.

  • Palazzo Francavilla, bei Hackert

    Erster Besuch bei Jakob Philipp Hackert, dem Landschaftsmaler in der Gunst des Königspaars, der einen Flügel des Palasts Francavilla bewohnt: ein Mann, der bei unausgesetztem Fleiß das Leben zu genießen versteht.

  • Die Phlegräischen Felder

    Statt des Vesuvs eine Wasserfahrt nach Pozzuoli mit dem Fürsten von Waldeck: »Unterm reinsten Himmel der unsicherste Boden.«

  • Die erste Besteigung des Vesuvs

    Am 2. März bei trübem Wetter von Resina auf dem Maultier, dann zu Fuß über die Lava von 1771 bis zum ausgefüllten Krater.

  • Capri und Punta Campanella vom Meer aus

    Drei Blicke vom Meer: die Segel der Fregatte nach Palermo, die zwischen Capri und Kap Minerva verschwinden; der Morgen der Abfahrt nach Sizilien, an dem Kniep die Küsten zeichnet; und auf der Rückfahrt am 14. Mai der schönste Sonnenuntergang der Reise und die Strömung, die das Schiff gegen die Felsen von Capri treibt, bis an den Rand des Schiffbruchs.

  • Die bemalten Kirchen Neapels

    Der zweite Fastensonntag, von Kirche zu Kirche: In Rom ist alles ernsthaft, hier alles lustig und wohlgemut.

  • Die Chiaja im Vollmond

    Eine Vollmondnacht auf der Chiaja, »dem unermeßlichen Spaziergang«, dann am Meeresufer hin und wider: nicht zu beschreiben, übernimmt einen das Gefühl von Unendlichkeit des Raums.

  • Gaetano Filangieri und Vico

    Das Bildnis des Ritters Filangieri, Verfasser der Wissenschaft der Gesetzgebung: Soldat, Ritter und Weltmann, gemildert durch ein zartes sittliches Gefühl.

  • Die zweite Besteigung des Vesuvs

    Mit Tischbein, dem das Ungestalte des Vulkans zuwider ist: Zwei Führer ziehen sie an einem Lederriemen hinauf.

  • Palazzo Colubrano, der Pferdekopf

    Im Hof des Palasts Colubrano über einem Brunnen der kolossale bronzene Pferdekopf: mächtige Stirn, schnaubende Nüstern, gespitzte Ohren.

  • Capodimonte

    Mit dem Fürsten von Waldeck auf Capo di Monte bei der großen Sammlung von Gemälden, Münzen und Gemmen.

  • Pompeji, die mumisierte Stadt

    Mit Tischbein in Pompeji: gerade Straßen, fensterlose Häuser, öffentliche Gebäude wie Modelle, aber bemalte Wände mit einem Kunstsinn, der einem ganzen Volk gehört.

  • Die Laube am Meer bei Torre Annunziata

    Den wunderlichen, halb unangenehmen Eindruck der mumisierten Stadt wäscht ein frugales Mahl unter der Laube eines kleinen Gasthofs am Meer ab.

  • Toledo und der Molo

    Knaben, die die letzte Wärme einer heißgemachten Radschiene aus dem Pflaster ziehen, die unzählbare Menge, in der Goethe sich ruhig und allein fühlt, das Blut des heiligen Januarius gegen die nahe Hölle, ein Pulcinell, der sich am Molo mit einem Affen zankt, und die Frittaruolen am Josephstag: das Volk von Neapel im März.

  • Santa Lucia und die Lazzaroni

    Gegen Volkmanns Reiseführer und seine dreißig- bis vierzigtausend Müßiggänger geht Goethe auf die Jagd nach den Lazzaroni und findet nur Arbeitende: Lastträger, Fischer, Kinder, die Späne sammeln, Kehrichtsammler mit ihren Eseln.

  • Das Mittagsmahl bei der Prinzessin

    In der Meinung, sie lebe so bescheiden wie die Filangieri, findet sich Goethe im prächtigen Palast des »Prinzeßchens«, mit Bedienten in kostbarer Livree auf der Treppe: Er scheint sich der Sultan in Wielands Feenmärchen.

  • Das Schloss von Caserta, Hackert und Emma

    Zu Gast bei Hackert im alten Schloss neben dem »escurialartigen« neuen Palast.

  • Das verschüttete Theater von Herkulaneum

    Die Stadt am Fuß des Vesuvs liegt sechzig Fuß tief verschüttet.

  • Das Herkulanische Museum in Portici

    Im Museum zu Portici darf man weder zeichnen noch notieren, und vielleicht sieht man deshalb besser.

  • Die dritte Besteigung des Vesuvs, die Lava

    Ein von Neapel aus unsichtbarer Lavastrom fließt gegen Ottajano: die dritte Besteigung.

  • Palazzo Sessa, Hamilton und Emma

    Hamilton hat sich eine schöne Existenz geschaffen: Zimmer in englischem Geschmack und eine Aussicht aus dem Eckzimmer, vielleicht einzig, und nach allen Reichen der Schöpfung ist er bei einem schönen Weibe angelangt.

  • Die Schlucht von Cava und Knieps erste Zeichnung

    Auf dem zweirädrigen leichten Fuhrwerk, wechselsweise die Zügel führend, fahren Goethe und Kniep durch die Schlucht zwischen Wald und Felsen.

  • Das Fenster zum Golf von Salerno

    Abends nimmt Kniep aus den Fenstern von Salerno einen Umriss, der jede Beschreibung erspart; Goethe denkt, wie schön es gewesen wäre, hier zur Zeit der blühenden Schule zu studieren.

  • Die dorischen Tempel von Paestum

    Die Abrede mit Kniep: Sie leben und reisen zusammen, er zeichnet nur, alle Konture gehören Goethe.

  • Knieps Dachterrasse

    Tischbein schlägt den jungen Landschafter Kniep als ständigen Gesellschafter vor.

  • Der Molo, Abfahrt und Rückkehr

    Die in Amerika gebaute Korvette, die Kajüte, Rechnungen und Abschiede; der Marchese Berio, der den Verfasser des Werther kennenlernen will.

  • Der Molo, die Lavanacht

    Nachts am Molo mit einem Blick: der Mond, die Wolken, der Widerschein im Meer, die Lampen des Leuchtturms, das Feuer des Vesuvs.

  • Der Königspalast, das Fenster zum Vesuv

    Am Abend des 2. Juni bei der Herzogin von Giovane, einer jungen, gebildeten deutschen Dame.

  • Die Polizeischranke, Knieps Abschiedskaffee

    Goethe fährt ein letztes Mal durch das unendliche Leben der Stadt.

Die Reise, Tag für Tag

Die Stationen

Von September 1786 bis Juni 1788 reiste Goethe durch Italien, vom Brenner nach Rom, Neapel und Sizilien. Unsere Grand Tour folgt seinen Aufzeichnungen Station für Station, mit den Werken der Maler, die mit ihm reisten, und den Orten, wie sie waren und wie sie heute sind. Den Anfang macht Kampanien: zweiunddreißig Stationen, vom Übergang über den Garigliano am 24. Februar 1787 bis zur letzten Zollschranke Neapels am 3. Juni.

Nach der Überfahrt über den Garigliano an der Via Appia betritt Goethe das Land, das heute Kampanien heißt: fruchtbare Felder, der erste vulkanische Aschenhügel, Berge mit verschneiten Gipfeln.

24. Februar 1787

Mittagsrast in Capua, dann die breite Chaussee zwischen Weizen »wie ein Teppich«, Pappeln und Reben, die wie Netze schweben, der dampfende Vesuv immer zur Linken.

25. Februar 1787

»Alla Locanda del Sgr. Moriconi al Largo del Castello«: Goethes erste neapolitanische Adresse.

26. Februar 1787

Am Abend des 27. Februar geht Goethe in die Grotte des Posilipo, als die untergehende Sonne hindurchscheint.

27. Februar 1787

Erster Besuch bei Jakob Philipp Hackert, dem Landschaftsmaler in der Gunst des Königspaars, der einen Flügel des Palasts Francavilla bewohnt: ein Mann, der bei unausgesetztem Fleiß das Leben zu genießen versteht.

28. Februar 1787

Statt des Vesuvs eine Wasserfahrt nach Pozzuoli mit dem Fürsten von Waldeck: »Unterm reinsten Himmel der unsicherste Boden.«

1. März 1787

Am 2. März bei trübem Wetter von Resina auf dem Maultier, dann zu Fuß über die Lava von 1771 bis zum ausgefüllten Krater.

2. März 1787

Drei Blicke vom Meer: die Segel der Fregatte nach Palermo, die zwischen Capri und Kap Minerva verschwinden; der Morgen der Abfahrt nach Sizilien, an dem Kniep die Küsten zeichnet; und auf der Rückfahrt am 14. Mai der schönste Sonnenuntergang der Reise und die Strömung, die das Schiff gegen die Felsen von Capri treibt, bis an den Rand des Schiffbruchs.

3. März 1787

Der zweite Fastensonntag, von Kirche zu Kirche: In Rom ist alles ernsthaft, hier alles lustig und wohlgemut.

5. März 1787

Eine Vollmondnacht auf der Chiaja, »dem unermeßlichen Spaziergang«, dann am Meeresufer hin und wider: nicht zu beschreiben, übernimmt einen das Gefühl von Unendlichkeit des Raums.

5. März 1787

Das Bildnis des Ritters Filangieri, Verfasser der Wissenschaft der Gesetzgebung: Soldat, Ritter und Weltmann, gemildert durch ein zartes sittliches Gefühl.

5. März 1787

Mit Tischbein, dem das Ungestalte des Vulkans zuwider ist: Zwei Führer ziehen sie an einem Lederriemen hinauf.

6. März 1787

Im Hof des Palasts Colubrano über einem Brunnen der kolossale bronzene Pferdekopf: mächtige Stirn, schnaubende Nüstern, gespitzte Ohren.

7. März 1787

Mit dem Fürsten von Waldeck auf Capo di Monte bei der großen Sammlung von Gemälden, Münzen und Gemmen.

9. März 1787

Mit Tischbein in Pompeji: gerade Straßen, fensterlose Häuser, öffentliche Gebäude wie Modelle, aber bemalte Wände mit einem Kunstsinn, der einem ganzen Volk gehört.

11. März 1787

Den wunderlichen, halb unangenehmen Eindruck der mumisierten Stadt wäscht ein frugales Mahl unter der Laube eines kleinen Gasthofs am Meer ab.

Knaben, die die letzte Wärme einer heißgemachten Radschiene aus dem Pflaster ziehen, die unzählbare Menge, in der Goethe sich ruhig und allein fühlt, das Blut des heiligen Januarius gegen die nahe Hölle, ein Pulcinell, der sich am Molo mit einem Affen zankt, und die Frittaruolen am Josephstag: das Volk von Neapel im März.

12. März 1787

Gegen Volkmanns Reiseführer und seine dreißig- bis vierzigtausend Müßiggänger geht Goethe auf die Jagd nach den Lazzaroni und findet nur Arbeitende: Lastträger, Fischer, Kinder, die Späne sammeln, Kehrichtsammler mit ihren Eseln.

28. Mai 1787

In der Meinung, sie lebe so bescheiden wie die Filangieri, findet sich Goethe im prächtigen Palast des »Prinzeßchens«, mit Bedienten in kostbarer Livree auf der Treppe: Er scheint sich der Sultan in Wielands Feenmärchen.

12. März 1787

Zu Gast bei Hackert im alten Schloss neben dem »escurialartigen« neuen Palast.

14. März 1787

Die Stadt am Fuß des Vesuvs liegt sechzig Fuß tief verschüttet.

18. März 1787

Im Museum zu Portici darf man weder zeichnen noch notieren, und vielleicht sieht man deshalb besser.

18. März 1787

Ein von Neapel aus unsichtbarer Lavastrom fließt gegen Ottajano: die dritte Besteigung.

20. März 1787

Hamilton hat sich eine schöne Existenz geschaffen: Zimmer in englischem Geschmack und eine Aussicht aus dem Eckzimmer, vielleicht einzig, und nach allen Reichen der Schöpfung ist er bei einem schönen Weibe angelangt.

22. März 1787

Auf dem zweirädrigen leichten Fuhrwerk, wechselsweise die Zügel führend, fahren Goethe und Kniep durch die Schlucht zwischen Wald und Felsen.

Abends nimmt Kniep aus den Fenstern von Salerno einen Umriss, der jede Beschreibung erspart; Goethe denkt, wie schön es gewesen wäre, hier zur Zeit der blühenden Schule zu studieren.

23. März 1787

Die Abrede mit Kniep: Sie leben und reisen zusammen, er zeichnet nur, alle Konture gehören Goethe.

Tischbein schlägt den jungen Landschafter Kniep als ständigen Gesellschafter vor.

19. März 1787

Die in Amerika gebaute Korvette, die Kajüte, Rechnungen und Abschiede; der Marchese Berio, der den Verfasser des Werther kennenlernen will.

26. März 1787

Nachts am Molo mit einem Blick: der Mond, die Wolken, der Widerschein im Meer, die Lampen des Leuchtturms, das Feuer des Vesuvs.

30. Mai 1787

Am Abend des 2. Juni bei der Herzogin von Giovane, einer jungen, gebildeten deutschen Dame.

2. Juni 1787

Goethe fährt ein letztes Mal durch das unendliche Leben der Stadt.

3. Juni 1787