Herkulaneum · Das verschüttete Theater
Die Stadt am Fuß des Vesuvs liegt sechzig Fuß tief verschüttet. Man steigt sechzig Stufen hinab und bewundert bei Fackelschein das einst unter freiem Himmel stehende Theater; Goethe bedauert, dass nicht bergmännisch, von deutschen Bergleuten, gegraben wurde.
Neapel, 18. März 1787
Nun durften wir nicht länger säumen, Herkulanum und die ausgegrabene Sammlung in Portici zu sehen. Jene alte Stadt, am Fuße des Vesuvs liegend, war vollkommen mit Lava bedeckt, die sich durch nachfolgende Ausbrüche erhöhte, so daß die Gebäude jetzt sechzig Fuß unter der Erde liegen. Man entdeckte sie, indem man einen Brunnen grub und auf getäfelte Marmorfußböden traf. Jammerschade, daß die Ausgrabung nicht durch deutsche Bergleute recht planmäßig geschehen; denn gewiß ist bei einem zufällig räuberischen Nachwühlen manches edle Altertum vergeudet worden. Man steigt sechzig Stufen hinunter in eine Gruft, wo man das ehmals unter freiem Himmel stehende Theater bei Fackelschein anstaunt und sich erzählen läßt, was alles da gefunden und hinaufgeschafft worden.
Heute

Das antike Theater von Herkulaneum, unterirdisch zu besichtigen, Eingang am Corso Resina außerhalb der offenen Grabungen.
Ort: Teatro antico di Ercolano, Corso Resina, 80056 Ercolano (NA)
Werke und Dokumente


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Quellen
J.W. Goethe, Italienische Reise, Originaltext.
