Neapel · Capodimonte
Mit dem Fürsten von Waldeck auf Capo di Monte bei der großen Sammlung von Gemälden, Münzen und Gemmen. Hier, wo diese Schätze zu Hause sind, lernt man nur das Wertvolle schätzen; für die etrurischen Vasen zahlt man großes Geld.
Neapel, 9. März 1787
Heute waren wir mit dem Fürsten von Waldeck auf Capo di Monte, wo die große Sammlung von Gemälden, Münzen u. d. g. sich befindet, nicht angenehm aufgestellt, doch kostbare Sachen. Mir bestimmen und bestätigen sich nunmehr so viele Traditionsbegriffe. Was von Münzen, Gemmen, Vasen einzeln wie die gestutzten Zitronenbäume nach Norden kommt, sieht in Masse hier ganz anders aus, da, wo diese Schätze einheimisch sind. Denn wo Werke der Kunst rar sind, gibt auch die Rarität ihnen einen Wert, hier lernt man nur das Würdige schätzen.
Sie bezahlen jetzt großes Geld für die etrurischen Vasen, und gewiß finden sich schöne und treffliche Stücke darunter. Kein Reisender, der nicht etwas davon besitzen wollte. Man schlägt sein Geld nicht so hoch an als zu Hause, ich fürchte, selbst noch verführt zu werden.
Heute


Palast und Museum von Capodimonte; ein Teil der Sammlung Farnese befindet sich heute im Archäologischen Nationalmuseum.
Ort: Museo e Real Bosco di Capodimonte, Via Miano 2, 80131 Napoli
Werke und Dokumente

KI-Rekonstruktion

Quellen
J.W. Goethe, Italienische Reise, Originaltext.
