Johann Heinrich Wilhelm Tischbein

  • 1751–1829
  • Stationen: 8

Haina 1751 – Eutin 1829

Deutscher Maler, seit 1783 in Rom, wo er mit Goethe die Wohnung am Corso teilt und das berühmte Bild »Goethe in der Campagna« malt. Im Februar 1787 begleitet er ihn nach Neapel: Mit Tischbein steigt Goethe auf den Vesuv, besucht Pompeji und die Sammlungen der Stadt und hört von ihm die ersten Urteile über die Kunstwerke. Doch Tischbein ist vom Hof und von eigenen Plänen in Anspruch genommen und bleibt in Neapel; er ist es, der Goethe den jungen Kniep als Begleiter für Sizilien vorschlägt. In den folgenden Jahren leitet er die Neapler Malerakademie; nach Deutschland zurückgekehrt, erzählt er jene Zeit in seiner Lebensbeschreibung »Aus meinem Leben«.

Hauptbild: KI-Rekonstruktion im Alter von 36 Jahren, wie 1787, nach dem zeitgenössischen Bildnis (SPUN, 2026).

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein
Das zeitgenössische Bildnis. Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Selbstbildnis, um 1810. Gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Quellen: J. W. Goethe, Italienische Reise; J. H. W. Tischbein, Aus meinem Leben (1861).

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (ricostruzione AI)

Tischbein schlägt den jungen Landschafter Kniep als ständigen Gesellschafter vor.

Napoli

Zu Gast bei Hackert im alten Schloss neben dem »escurialartigen« neuen Palast.

Reggia di Caserta, Piazza Carlo di Borbone, 81100 Caserta

Knaben, die die letzte Wärme einer heißgemachten Radschiene aus dem Pflaster ziehen, die unzählbare Menge, in der Goethe sich ruhig und allein fühlt, das Blut des heiligen Januarius gegen die nahe Hölle, ein Pulcinell, der sich am Molo mit einem Affen zankt, und die Frittaruolen am Josephstag: das Volk von Neapel im März.

Via Toledo, 80134 Napoli

Im Hof des Palasts Colubrano über einem Brunnen der kolossale bronzene Pferdekopf: mächtige Stirn, schnaubende Nüstern, gespitzte Ohren.

Via San Biagio dei Librai 121, 80138 Napoli

Mit Tischbein, dem das Ungestalte des Vulkans zuwider ist: Zwei Führer ziehen sie an einem Lederriemen hinauf.

Gran Cono del Vesuvio, Parco Nazionale del Vesuvio, Ercolano (NA)

Statt des Vesuvs eine Wasserfahrt nach Pozzuoli mit dem Fürsten von Waldeck: »Unterm reinsten Himmel der unsicherste Boden.«

Solfatara, Via Solfatara 161, 80078 Pozzuoli (NA)

»Alla Locanda del Sgr. Moriconi al Largo del Castello«: Goethes erste neapolitanische Adresse.

Piazza Municipio, 80133 Napoli

Mit Tischbein in Pompeji: gerade Straßen, fensterlose Häuser, öffentliche Gebäude wie Modelle, aber bemalte Wände mit einem Kunstsinn, der einem ganzen Volk gehört.

Parco Archeologico di Pompei, Via Villa dei Misteri 2, 80045 Pompei (NA)